Bertrand Russell anlässlich seines 50. Todestages

Copyright by The Lotte Meitner-Graf Archive London

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Quelle: Wikipedia

in memoriam
  • Kämpfer für den Weltfrieden und Idol der Jugend!
  • Vor fünfzig Jahren, am 2. Februar 1970, starb mit Bertrand Russell einer der bedeutendsten Ph​ilosophen des 20. Jahrhunderts. 
  • Russell machte sich nicht nur als herausragender Logiker und Mathematiker einen Namen, sondern gilt auch als Kritiker nuklearer Waffen und Mastermind der Friedensbewegung. 
  • Viele seiner Schriften sind überaus pointiert, geistreich und verständlich geschrieben. 
  • 1950 erhielt Russell den Nobelpreis für Literatur.Aufgrund seiner unkonventionellen Denkweise, auch in moralischen Fragen, war er bei der jungen Generation seiner Zeit überaus populär. 
  • Die jungen Menschen von heute, die sich für eine nachhaltige Umwelt-, Klima- und Wirtschaftspolitik einsetzen, hätten in ihm einen brillanten Mitstreiter
Kurzer Steckbrief eines langen Lebens
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    Geboren am 18. Mai 1872 in Trellech (Monmouthshire) in Wales (UK)
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    Er stammt aus einem adeligen Haus, seine Eltern sterben früh, er wächst bei den Großeltern auf. 
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    Die streng puritanische Erziehung veranlasst ihn später zu harter Religionskritik.Studium der Mathematik und Philosophie an der Cambridge University (Trinity College).Dozent (Fellow) für Mathematik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie.In jungen Jahren Sympathisant der Liberalen Partei (Whigs) und Eintreten für die volle Gleichberechtigung der Frauen.
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    1910-1913: Veröffentlichung der ‚Principia Mathematica‘ gemeinsam mit Alfred North Whitehead (1861-1947).
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    Unterstützung von britischen Kriegsdienstverweigerern und Hinwendung zum Pazifismus.
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    Entlassung als Dozent am Trinity College in Cambridge und mehrmonatige Haft wegen Aktivitäten gegen die Kriegspolitik der britischen Regierung.Auslandsreisen nach Russland und China, Abkehr von anarchistischen und sozialistischen Ideen – Kritik an Marx.
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    Zusammen mit anderen Denkern – u.a. George Edward Moore (1873-1958), Gottlob Frege (1848-1925), Giuseppe Peano (1858-1932) - Wegbereiter der analytischen Philosophie, die mit logischen und sprachlichen Mitteln philosophische Fragen zu präzisieren und klären versucht. 
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    Russell vertritt einen Logischen Atomismus.
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    In Cambridge Begegnung mit Ludwig Wittgenstein, der in Russell seinen Lehrer und Freund sieht. 
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    Umgekehrt erhält Russell wertvolle Impulse durch Wittgensteins unkonventionelle Art des Philosophierens.
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    Intensive Beschäftigung mit politischen Ideen und Konzepten, verfasst zahlreiche Schriften zur politischen Philosophie und Ethik.
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    1938: Veröffentlichung von ‚Power‘ (Formen der Macht) – eine facettenreiche Darstellung des Phänomens Macht im Hinblick auf die folgenschwere Unterdrückung von Menschen.
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    Studienaufenthalte in den USA vor und während des II. Weltkrieges.
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    Massive Kritik am militärischen Wettrüsten der Atomwaffen-Supermächte USA und Sowjetunion im Angesicht von über 50 Millionen Opfern, die der II. Weltkrieg fordert.
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    1950: Nobelpreis für LiteraturEngagement in der Bewegung für nukleare Abrüstung und in der Friedensbewegung, wird deswegen 1961 – bereits in hohem Alter - inhaftiert.
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    1955: Russell-Einstein-Manifest – Eindringliche Warnung vor den Gefahren nuklearer Waffen, die die Existenz der gesamten Menschheit bedrohen.
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    1961:  Russell tritt wegen der Rüstungspolitik der britischen Labour-Regierung nach 50 Jahren Mitgliedschaft aus der Labour-Party aus.
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    1967: Russell-Tribunal, in dem die amerikanischen Kriegsverbrechen während des Vietnamkrieges untersucht werden, auch Jean-Paul Sartre beteiligt sich an dieser Initiative.
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    Veröffentlichung seiner Autobiographie in den 1960iger Jahren.
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    Gründung der Bertrand Russell Peace-Foundation.
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    Bertrand Russell stirbt am 2. Februar 1970 in Penrhyndeudreath, Wales (UK) an den Folgen einer Lungenentzündung und mit ihm einer der bedeutendsten Friedensaktivisten des 20. Jahrhunderts. 
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    Sein Leben und Werk erscheint im Lichte der Gegenwart aktueller denn je.
ausgewählte Schriften
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    Bertrand Russell hat unzählige Bücher, Aufsätze und Zeitungsartikel veröffentlicht. An dieser Stelle werden nur einige wenige genannt:
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    RUSSELL, Bertrand (1989): Politische Ideale: Wie die Welt gemacht werden kann, übers. v. Carl Dunkelmann, Vorwort v. Albert Einstein, Darmstadt 1989. 
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    RUSSELL, Bertrand (1976): Bertrand Russell sagt seine Meinung: eine Stimme der modernen Aufklärung, Interviewt von Woodrow Wyatt, Darmstadt 1976.
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    RUSSELL, Bertrand: Die Eroberung des Glücks: Neue Wege zu einer besseren Lebensgestaltung. Suhrkamp 1977.
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    RUSSELL, Bertrand (2009): Formen der Macht, übers. v. Stephan Hermlin, Köln 2009.
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    RUSSELL, Bertrand: Warum ich kein Christ bin : Über Religion, Moral und Humanität, Reinbek bei Hamburg 1972.
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    RUSSELL, Bertrand: Neue Hoffnung für eine bessere Welt : Wege in eine bessere Zukunft. Baden-Baden 1952.
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    RUSSELL, Bertrand: Denker des Abendlandes. Eine Geschichte der Philosophie, übers. v. Károly Földes-Papp; mit einer Vorbemerkung v. Willy Hochkeppel, München 2001.
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    RUSSELL, Bertrand (1972): Autobiographie I - 1842-1914, übers. v. Harry Kahn, Frankfurt a. M. 1972.
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    RUSSELL, Bertrand (1978): Autobiographie II - 1914-1944, übers. v. Julia Kirchner, Frankfurt a. M. 21978.
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    RUSSELL, Bertrand (1974): Autobiographie III - 1944-1967, übers. v. Rudolf Weys, Frankfurt a. M. 1974.